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Mein Praktikum bei der Alpinschule Garmisch

Alpinschule Garmisch GmbH & Co.KG

Mein Name ist Rebecca und ich mache zurzeit mein Pflichtpraktikum während meines Studiums bei der Alpinschule Garmisch. In den vergangenen Wochen durfte ich schon viele neue Erfahrungen sammeln und spannende Einblicke in den Büroalltag gewinnen. Nun konnte ich aber auch die Perspektive wechseln und gemeinsam mit den Bergführern und Bergwanderführern, die für die Alpinschule tagtäglich unterwegs sind, auf Tour gehen. In diesem Bericht möchte ich von einer besonderen Tour erzählen, die ich am vergangenen Samstag begleiten durfte. Da ich in derselben Woche erst meinen ersten Klettersteig gemacht habe, hätte es keine bessere Tour geben können, als die Schnupper-Klettersteigtour über die Schöngänge auf den Bernadeinkopf.

Treffpunkt war kurz nach acht an der Talstation der Alpspitzbahn. Dort fanden sich alle Teilnehmer ein, und Bergführer Wolfgang stellte sich ebenso vor wie Jörg, einer der beiden Leiter der Alpinschule Garmisch. Auch der BR begleitete diese Tour, um einen Instagram-Beitrag zum Thema „Einstieg ins Klettersteiggehen“ zu gestalten, ein zusätzlicher Grund, warum diese Tour etwas ganz Besonderes war. Nach der Begrüßung wurde das Material ausgegeben: Helm, Klettersteigset und Gurt für jeden Teilnehmer. Mit der Alpspitzbahn ging es dann hoch zum Osterfelderkopf, wo unsere Tour startete. Zunächst wanderten wir auf einem breiten Weg nach links ein Stück bergab in Richtung Einstieg. Unterwegs erklärte Wolfgang, wie man sicher über teils losen Schutt geht, wie man gelenkschonend bergab steigt und gab eine kleine Geländeeinweisung in das Gebiet, in dem wir uns befanden.

Kurz vor dem Einstieg folgte die Materialkunde: Wolfgang zeigte nicht nur, wie wir unsere Ausrüstung heute benutzen würden, sondern auch, was er persönlich auf jeder Klettersteigtour dabei hat - vom Biwaksack bis zu den „Notfall-Gummibärchen“. So erfuhren wir, was im Rucksack sinnvoll ist und was getrost zu Hause bleiben kann. Am Einstieg übten wir das richtige Ein- und Aushängen am Drahtseil, bevor es losging. Über felsige Abschnitte, Eisenstufen und gesicherte Passagen stiegen wir stetig höher, bis wir die Gabelung zum Gipfel erreichten. Obwohl ich selbst kaum Klettersteigerfahrung habe, war der Steig gut machbar – vorausgesetzt, man ist trittsicher und schwindelfrei. Am Gipfel belohnte uns das traumhafte Wetter mit einem beeindruckenden Panorama: Direkt gegenüber die Alpspitze, dahinter das Zugspitzmassiv, nach Osten das Karwendel Gebirge und nach Westen die Mieminger Kette sowie die Ammergauer Alpen. Tief unter uns lag das Reintal und sogar das Schachenschloss König Ludwigs war zu sehen. Wir machten eine ausgiebige Pause, um die Aussicht in vollen Zügen zu genießen.

Für den Rückweg stiegen wir wenige Minuten zu einem kleinen Wiesensattel ab und folgten den Markierungen zum Nordwandsteig unterhalb der Nordflanke der Alpspitze. Der Steig verläuft auf nahezu gleichbleibender Höhe zurück Richtung Osterfelderkopf, ist durchgehend mit Drahtseilen, Klammern und Trittstiften versichert und bietet einige Highlights: zwei kurze, völlig dunkle Felstunnel und eine steile Leiter. Immer wieder eröffneten sich beeindruckende Tiefblicke auf Garmisch-Partenkirchen und die umliegende Bergwelt.

Zurück am Ausgangspunkt konnten alle Teilnehmer stolz sein, ihren – für viele ersten – Klettersteig erfolgreich gemeistert zu haben. Bei den warmen Temperaturen schmeckte das kühle Getränk besonders gut und lud dazu ein, sich mit den anderen Teilnehmern noch mal auszutauschen und den heutigen tag zu rekapitulieren. Mit der Bahn fuhren wir anschließend gemeinsam zurück ins Tal, verabschiedeten uns und blickten auf einen erlebnisreichen Tag zurück. Für mich persönlich war es ein besonderes Erlebnis, eine Tour, die ich sonst nur aus der Büroplanung kenne, selbst zu gehen. Es war ein wertvoller Perspektivwechsel, der mir nicht nur Spaß gemacht, sondern auch einen ganz neuen Einblick in die Arbeit der Alpinschule Garmisch gegeben hat. 


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